Dr. Ernst Trebin

Allgemeinmedizin - Homöopathie

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Mein Arbeitskonzept, kurz erklärt

Es war ein Interview, das Frau Gaby Schörk im Rahmen der United to heal- Aktivitäten führte, im Sinne des Grundanliegens, die Segnungen der Homöopathie besser bekannt zu machen. Gesprächspartner war Frau Dr. Beatrix Gessner, eine Dermatologin mit Praxis in Konstanz am Bodensee. Sie berichtete über erfolgreiche Behandlungen von Allergien und Neurodermitis mit Hilfe der Homöopathie.

Im Falle eines jungen Mädchens mit einer ekzemkranken Haut griff sie auf meine Arbeitsweise zurück. Das Mädchen schien ihr Silicea-Elemente zu haben, aber auch Merkmale von Natrium muriaticum aufgrund ihrer zurückhaltenden, introvertierten Art. Sie besann sich meines Konzepts des Kombinierens von einzelnen Mitteln zu Salzen. Und so gab sie ihr das von Kent eingeführte und auch von mir beschriebene Natrium silicicum mit dem Ergebnis, dass der Hautausschlag rasch zu Ruhe kam.

4 Jahre später wurde sie erneut wegen dieses Kindes konsultiert, denn das Ekzem war zurückgekommen. Sie fand, dass das Mädchen sich zum Positiven verändert hätte, sie wäre offener geworden, mehr bereit, über ihre Gefühle zu sprechen. So sah sie zunächst keine Veranlassung mehr, noch an ein Natrium-Salz zu denken, und gab ihr das reine Sililcea ─ jedoch ohne wesentliche Besserung. Also lassen Sie uns zu dem ursprünglich hilfreichen Mittel zurückkommen, sagte sie zu den Eltern, und gab wieder Natrium silicicum, mit promptem und nachhaltigem Erfolg.

Ich kenne das aus meiner Anfangszeit als Homöopath: erst gibt man Silicea, nach wenigen Wochen bietet der Patient Hinweise auf Natrium muriaticum. Man gibt nun diese Arznei und bald zeigt er wieder Silicea-Zeichen. Später wurde mir bewusst, dass die Kombination aus beidem, nämlich Natrium silicicum, seine Arznei ist. Ich bin mit dieser Arbeitsweise weggekommen vom derzeit noch gepflegten Postulat Hahnemanns, bei chronischen Krankheiten eine ganze Reihe von sogenannten „Antipsorika“ zu geben. Vielmehr steht für mich fest, dass das richtige Salz dieser Art ein lebenslang gültiges Konstitutionsmittel für den jeweiligen Patienten ist. Allerdings muss man bereit sein, im Gang der Behandlung – sinnvollerweise bis zum weitgehend vollständigen Abbau der chronischen Pathologie – Änderungen der Mittelkombination vorzunehmen, falls dies im Verlauf der Betreuung durch Stagnation, durch das Auftreten neuer Symptome oder negativer Veränderungen indiziert ist.

Dieses lebenslange Konstitutionsmittel muss allerdings häufig ergänzt werden durch Nosoden, aber auch durch das, was ich Zustandsmittel nenne. Etwa durch pflanzliche Mittel wie Conium bei einem Tumor, oder Arzneien wie Lachesis im Klimakterium oder Sepia bei anderen hormonellen Umstellungen; ferner Ignatia oder andere psychotrope Arzneien bei gewissen Traumata oder Kausalitäten. Auch andere Salze können für einen bestimmten Zeitraum ergänzend erforderlich werden, wenn die akute Situation dies nahelegt, Calcium fluoratum etwa bei Exostosen; oder alle möglichen Metalle im syphilitischen Miasma als Ergänzungen, Plumbum etwa bei entsprechenden Lähmungen oder Koliken.

In den letzten Jahren wurde es mir allerdings zur Gewissheit – ein durchaus merkwürdiges Postulat -, dass jeder Patient zwei Salze braucht für seine konstitutionelle Langzeittherapie, nämlich neben einem Natrium-Salz auch ein Kalium-Salz. Das versetzt mich in die Lage, einerseits seiner divergierenden Symptomatik besser gerecht zu werden als mit einer singulären Arznei, andererseits jedoch nicht nur seine genetischen Voraussetzungen, sondern auch seine biografischen Prägungen unter Kontrolle zu bringen.

Die Erklärung hierzu in knappen Worten: Jeder Mensch braucht vermutlich ein Natrium-Salz, weil eine existentielle Isolation, eine Grundtatsache des Lebens, eine Kluft erzeugt, die auch in den intensivsten zwischenmenschlichen Beziehungen nicht zu überwinden ist (Irvin D. Yalom: Die Liebe und ihr Henker). Und das Kalium-Salz begründet sich in der Sozialisation, sprich: erlernten Emotions- und Impulskontrolle, die jeden Menschen geprägt hat, mehr oder weniger traumatisierend.

Bamberg, im September 2023

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